Schnupfsprüche

 

Wenn Aug´ und Mund sich laben,
soll der Zinken auch was haben!

 

Mein Naß die ist verstopfet sehr,
Brauch Schnupff-Tabak, daß ich sie leer!


Flugblatt 16. Jhd.

 

Schnupftabak, die edle Gab´,
Die ich in Verwahrung hab´,
Bleibet ja wohl zweifelsfrei,
Doch die beste Arzenei.
Machen ewta Staatsgedanken
Deinen Kopf und Füße wanken,
Hast du nicht Verstand genug,
Schnupftabak, der machet klug.
Will den nun dein Herz und Rücken
Dich dein Bös´ Gewissen drücken,
Schnupfe diesen Tabak ein,
So wird es verschwunden sein.


Abraham á Santa Clara

 

Gut essen ist recht,
gut trinken nicht schlecht,
und zu dene zwei
da g´hört noch a Schmai -
wem so was beschieden,
der sei nur grad z´frieden.


Alte Inschrift in einem
Dorfwirtshaus im Bayer. Wald

 

Das sicherste Zeichen

Solang´ mir schmeckt a guade Pris´
und a Maß Bier danebn,
verzicht´ i gern aufs Paradies
und gfreu´ mi an mei´m Lebn.

Doch wann´s mir graust vor´m Schnupftabak;
dann woaß i: Jetzt is´s Zeit,
daß i mei Zeugl zsammapack
und roas´ in d´Ewigkeit !


Ludwig Angermann

 

Und zum guten Schluß
etwas, was man können muß!
Oder könnt´ am End´ Ihr schon
d´bayerische Deklination?

Wann i an Schmai hääd, schnupfad i´n!
Wannst an Schmai hädst, schnupfadstden!
Wann ar an Schmai hääd, schnupfad an!
Wanns an Schmai hääd, schupfadsn!
Wann mar an Schmai häädn, schnupfad m´an!
Wannts an Schmai häds, schnupfads´n!
Wanns an Scmai häädn, schnupfad´n s´n!

 

Die Priesterweih!

Der Herr Pfarrer gibt Religionsunterricht und wie es ist der Brauch,
lehrt er über die «Heiligen Sakramente» auch.
Das Sakrament der Priesterwei nimmt er grad dro
und sagt, gell Buam, ganz gwis habt ihr scho ghört davo!
Wer kann mir über das Sakrament was sagn,
dann brauch i euch net so viel fragen!
Der Sepperl hebt sein Finger. Hochwürden, das Sakrament
der Priesterweih, des kenn i guat,
des is, wenn mei Vata schnupfa tuat!
Sprachlos ist der Herr Pfarrer. Mei liaba Seppe, wie kommst do drauf,
eine Hl. Handlung ist das Sakrament, aber doch net
wenn dei Vata schnupft a Pries in d´Nosn nauf.
Ganz aufgregt ist da Sepperl! Hochwürden, des woas i ganz gwis,
i hobs ja selber gseng, daß des so is!
Am Sonntag noch da Kirch is da Vata glei zur Muata nei
und hot gsogt, richt a Brotzeit her, i nimm a Pris dawei!
Dann hot er glei sei Dosn glupft
und a große Pris Tabak gschnupft.
Der Pfarrer lacht. Mei liaba Sepperl, des is net schlecht,
von dieser Priesterweih i selber glei wos mecht.


(Verfasser unbekannt)

 

Eine Vatikanische Anekdote

Papst Leo der XIII., der ein leidenschaftlicher Schnupfer war, bot eines Tages auch eine Prise seinem Kurienkardinal an.

Dieser bedankte sich mit den Worten: „Nein danke, dieses Laster habe ich leider nicht.“

Der Papst wurde aber nicht verlegen und gab ihm zur Antwort: Wäre dies ein Laster, würde er ihm sicher auch frönen.

 

   
Der Herr Direktor sitzt beim Wein
Und schaut gar sehr verdrießlich drein.
Das Auge schweift ins Grenzenlose;
Die Hand greift nach der Tabakdose.
Das wohlgeübte Fingerpaar
Erfaßt soviel, als möglich war.
     
Und sparsam, selbst im Überfluß,
Vertieft er sich in den Genuß.
Zwar fühlt er sich zunächst geniert,
Weil er nur halbe Wirkung spürt.
Doch soll ein mildes Nasenreiben
Die Sache fördern und betreiben.
     
Auch wird das Sacktuch, blaugeblümt,
Als Nasenfeile sehr gerühmt.
Und hilft auch alles dieses nicht,
So hilft ein Blick ins Sonnenlicht.
Die Spannung steigt, der Drang wird groß -
Nur still! gebt acht! - gleich drückt er los!
     
Haptschih! -
Wer schnupft und dieses hört,
Der findet es beneidenswert.
Denn was die Seele dumpf umhüllt,
Wird plötzlich heiter, klar und mild.
Ja! - Sehr erheitert uns die Prise,
Vorausgesetzt, daß man auch niese!


Wilhelm Busch